Ruhesetzung und Ordination in Delitzsch

Der Gottesdienst am Sonntagnachmittag, 21. September 2014 mit Apostel Bimberg war für die Gemeinde Delitzsch ein denkwürdiges Ereignis. Ihr langjähriger Vorsteher, Hirte Klaus Neumann wurde vom Apostel feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Priester Stefan Weißhaupt empfing das Evangelistenamt und wurde als neuer Vorsteher beauftragt.

In der Kirche Delitzsch war eine große Festgemeinde versammelt. Neben den Delitzscher Glaubensgeschwistern war auch die Gemeinde Eilenburg eingeladen, da Hirte Neumann für einige Jahre auch ihr als Vorsteher gedient hatte. Eingeladen waren auch die Vorsteher des Kirchenbezirkes Leipzig mit ihren Frauen. Prominentester Ehrengast war der Oberbürgermeister der Stadt Delitzsch, Dr. Manfred Wilde, der nach dem Gottesdienst ein Grußwort an den scheidenden Vorsteher richtete.

Im Eingangsgebet des Gottesdienstes betete der Apostel in besonderer Weise für den Frieden in der Welt und für die Menschen, die im Unfrieden leben müssen bzw. denen Gewalt angetan wird. Er folgte damit dem Aufruf des Ökumenischen Rates der Kirchen, der für den 21. September zum Beten für den Frieden aufgerufen hatte.

Als Bibelwort legte der Apostel dem Gottesdienst Johannes 14, 2-3 zugrunde:

„In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn‘s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.“

In seinen Ausführungen zu diesem Wort sagte der Apostel u. a.:

  • Bei Gott ist genug Raum für alle Menschen. In der Gemeinschaft mit Gott hat jeder Mensch, hat jede Seele, die Gott geschaffen hat, Platz.
  • Wenn Jesus sagt, dass er eine Stätte bereiten will, dann ist das so zu verstehen, dass er eine Möglichkeit schafft, zu seinem Vater zu kommen.
  • Der Weg zum Vater ist Jesu Opfer am Kreuz und die Sendung der Apostel.
  • Nach seinem Opfertod ist Jesus auferstanden und zu seinem Vater zurückgekehrt. Von dort kommt er wieder, um die zu sich zu nehmen, die sich durch die Apostel haben auf sein Wiederkommen zubereiten lassen.
  • Zur Vollendung des Heilsplanes kommt Jesus dann noch einmal auf die Erde und richtet sein Friedensreich auf. In diesem Reich wird allen Menschen im Diesseits und Jenseits das Evangelium verkündigt.
  • Am Schluss kommt das Endgericht, in dem allen, die Christus angenommen haben, die bleibende Gemeinschaft mit Gott geschenkt wird.

Zum Mitdienen rief der Apostel zunächst den Hirten Neumann und anschließend Bischof Matthes, der den Apostel begleitete. Der Bischof wies u. a. darauf hin, dass es im menschlichen Miteinander wichtig sei, dem Anderen Raum im eigenen Herzen zu geben. Das diene dem Frieden der Menschen untereinander.

An der musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes waren neben dem gemischten Chor der Kinder-, der Jugend- und der Männerchor sowie Instrumentalisten der Gemeinde beteiligt. Das Programm war abwechslungsreich und beinhaltete vorwiegend neuere Lieder.

Hirte Neumann stand der Gemeinde Delitzsch seit November 1988 vor, also fast 26 Jahre. Der Apostel würdigte ihn als einen Seelsorger, der den anvertrauten Geschwistern mit viel Liebe und ganzer Hingabe gedient hat. Gemeinsam mit dem Hirten wurde Diakon Volker Steinberg altershalber in den Ruhestand gesetzt. Er diente 20 Jahre im Diakonenamt. Seit zwei Jahren ist er Seniorenbeauftragter der Gemeinde und wird das auch bleiben – nun als Senior.

Oberbürgermeister Dr. Wilde würdigte in seinem Grußwort die Zusammenarbeit der in Delitzsch vertretenen christlichen Kirchen, die mit der Vorbereitung des Sächsischen Landeserntedankfestes im vergangenen Jahr ihren Anfang nahm und mit der Durchführung der „Nacht der Kirchen“ in diesem Jahr eine schöne Fortsetzung fand. Diese Zusammenarbeit auf Augenhöhe, an der die Neuapostolische Kirche beteiligt sei, empfinde er persönlich als sehr positiv für die Stadt Delitzsch.

K.G., Fotos: E.K.