Ökumenischer Stadtkreuzweg

Traditionell begeben sich Delitzscher Christen am Freitag vor Palmsonntag auf den "Ökumenischen Stadtkreuzweg". Diese Veranstaltung stand in diesem Jahr unter dem Motto "Das Kreuz im Fokus".

Nach einer kurzen Andacht in der Stadtkirche Peter und Paul folgte eine ansehnliche Schar bekennender Christen aller Konfessionen einem vorangetragenen Holzkreuz. An sieben Stationen machte man Halt, und es wurden verschiedene Aspekte zum Thema "Kreuz" beleuchtet. Nach gemeinsamem Gebet und Gesang zog man jeweils still weiter.

Die sechste Station unter dem vorgegebenen Thema "Täter" wurde von den neuapostolischen Christen an drei "Stolpersteinen" gestaltet. Ausgangspunkt war das furchtbare Schicksal deportierter Juden in der Zeit der Naziherrschaft. Der Vorsteher, Evangelist Weißhaupt, spannte einen weiten Bogen über unser persönliches Verhältnis zu allem Fremden bis hin zu Jesus am Kreuz, der von zwei Übeltätern flankiert wurde, die dem Gottessohn so wesensfremd waren. Jesus wandte sich ihnen in den letzten Augenblicken seines Erdenlebens liebevoll zu. Der Evangelist erinnerte an das Gebot Jesu, nach welchem man Gott von ganzem Herzen lieben solle und seinen Nächsten wie sich selbst.

Der Kreuzweg endete in der katholischen Kirche St. Marien. Das durch die Stadt getragene Kreuz wurde dort vor den Altar gelegt. Jeder hatte Gelegenheit, seine Wünsche an Gott auf einen Zettel zu schreiben und auf das Kreuz zu legen. Es war bewegend anzusehen, wie rasch dieses von den Gebetszetteln der teilnehmenden Christen bedeckt wurde.

Unsere Wünsche münden in den einen: Mögen doch noch viele Menschen den von Christus gelegten Weg zur Erlösung erkennen und gehen!

KN