Apostelgottesdienst am Nachmittag

Der Besuch des Apostels ist unbestritten ein Höhepunkt im geistlichen Leben einer Gemeinde.

Einen solchen konnten die Delitzscher am Nachmittag des 3. September 2017 erleben. Apostel Korbien feierte den Gottesdienst mit der Gemeinde und legte das Bibelwort aus Markus 5,41.42 zu Grunde:

…und ergriff das Kind bei der Hand und sprach zu ihm: Talita kum! – das heißt übersetzt: Mädchen, ich sage dir, steh auf! Und sogleich stand das Mädchen auf und ging umher; es war aber zwölf Jahre alt. Und sie entsetzten sich sogleich über die Maßen.

Zunächst ging der Apostel auf das Lied des Chores ein: „Komm her, freu dich mit uns!“ Dieser frische Gesang lenke seinen Blick auf den bevorstehenden zentralen Jugendgottesdienst am nächsten Sonntag und erfülle ihn mit Vorfreude.

In seinem Dienen wies er dann darauf hin, dass die Predigt keine Handlungsanweisung darstelle, sondern vor allem erkenntnisfördernd wirken solle. So wie Kinder ganz selbstverständlich nach dem Willen der Eltern handeln, wenn sie den Sinn ihre Weisung erkannt und verstanden haben, soll auch unser Tun aus der Erkenntnis göttlichen Willens und dem Empfinden seiner Liebe kommen.

Mancher wendet sich nur an Gott, wenn er mit der Lösung seines Problems nicht weiterkommt. Nun soll Gott schnell helfen, damit er danach genau so weiter machen kann wie vorher. Das kann nicht im Willen Gottes liegen, er erwartet von den Menschen, dass sie sich ihm dauerhaft zuwenden.

Jairus fiel dem Herrn zu Füßen und flehte ihn an, seiner schwer erkrankten Tochter zu helfen. Und der Herr ging mit ihm! So geht auch der Herr an uns nicht vorüber, wenn wir uns im ernstlichen Gebet an ihn wenden. Der Apostel zitierte aus dem bekannten Lied: „Wenn alles bricht, Gott verlässt dich nicht; größer als der Helfer ist die Not ja nicht.“ (NGB 190, Vers 2)

Dabei hilft Gott aber nicht immer wann und wie wir uns das wünschen.

Bevor Jesus sich dem totkranken Mädchen zuwandte, heilte er noch die Frau, die sein Gewand berührte. So könnte es auch uns gehen: Wir haben so intensiv gebetet, aber Gottes Hilfe steht noch aus - während dessen hat mein Nächster gerade wunderbare Gebetserhörungen…       

Jairus sah in diesem Moment sein dringendes Anliegen hintangestellt. Dies war gewiss nicht einfach für ihn, zumal die Leute aus seinem Hause vermeldeten: „Deine Tochter ist gestorben; was bemühst du weiter den Meister?“ Jesus ging in das Haus des Jairus und sagte zu den Weinenden: „Das Kind ist nicht gestorben, sondern es schläft.“ Da wurde er verlacht.

Auch wir könnten meinen, dass manches an geistlichem Leben in unserem Umfeld tot sei. Mancher Glaubenssamen wurde ausgesät; anscheinend ist er nicht aufgegangen oder Gewachsenes wieder abgestorben. Der Apostel machte Mut mit den Worten: „Es schläft nur und kann wieder erwachen. Wir wollen nicht nachlassen, darum zu beten. Glauben heißt Gott vertrauen!“