Chronik der Gemeinde Delitzsch

Der Anfang

Gemeinde Badrina 1982 Gemeinde Badrina 1982

Im Jahre 1898 wurde die Kenntnis über die apostolische Glaubenslehre durch Frau Rönicke nach Delitzsch gebracht. Sie besuchte als Gast die Gottesdienste in Bitterfeld und wohnte in Zaasch bei Delitzsch. Ihr freudiges Bekennen brachte Kontakt zu gläubigen Menschen, die in den Folgejahren den Grundstein für eine Gemeinde der Apostolischen Kirche in Delitzsch legten. Die kleine Schar von 6 Personen traf sich bis 1899 in einer Wohnung.

Im Jahre 1900 wurden in der Badergasse 11 die ersten Gottesdienste gehalten. Am 26. Dezember 1901 entstand aus den ersten Gläubigen die Gemeinde Delitzsch. Als Vorsteher diente ihnen der aus Leipzig kommende Priester, spätere Apostel, Friedrich Stiegler.

In den Anfangsjahren mussten die Glaubensgeschwister viel Hohn und Spott ertragen. Jedoch spendete Priester Stiegler der Gemeinde Mut mit den Worten: „Geschwister, in fünfzig Jahren sieht es anders aus!“

Durch das stetige Wachstum der Gemeinde waren viele Umzüge nötig. 1924 erwarb man in der Schulstraße 3 ein Grundstück und baute den dazugehörigen Pferdestall zur Kirche um. Die kleine Gemeinde wurde zu dieser Zeit von der Muttergemeinde aus Halle betreut.

In der Zeit von 1924 bis 1927 kamen 12 Mitglieder dazu, so dass die Gemeinde auf 44 Mitglieder wuchs und auch mit Priester Friedrich Roth ein priesterliches Amt erhielt, welches in Delitzsch wohnte. In dieser Zeit wurde der erste Gemeindechor gebildet, der durch Fritz Weber aus Halle geführt wurde.

1. Versammlungsstätte Delitzsch, in der Badergasse 11 1. Versammlungsstätte Delitzsch, in der Badergasse 11

Die weitere Entwicklung

Nach dem Abriss der alten Versammlungsstätte errichtete man 1950 in ca. 8 Monaten und 3663 von den Mitgliedern selbst geleisteten Arbeitsstunden eine neue Kirche, welche am 25.November 1950 geweiht wurde. Die neue Kirche erhielt von Bezirksapostel Rockstroh den Namen „Friedenshütte“. Somit fanden die Worte aus dem Jahre 1900 ihre Erfüllung.

Geschwister beim Steineputzen für die neue Kirche 1950 Geschwister beim Steineputzen für die neue Kirche 1950
Gemeinde Glesien 1952 Gemeinde Glesien 1952

In den fünfziger Jahren erlebte die Gemeinde einen gewaltigen Aufschwung und zählte ca. 300 Mitglieder. Auch die Gründung der Gemeinde Glesien im Jahr 1952 nahm von Delitzsch aus ihren Lauf.

Nach der politischen Wende im Jahr 1989 betreuten die Amtsträger der Gemeinde auch die Aussiedlerheime in Döbernitz und Zschernitz. Viele Umsiedler gehörten seit dieser Zeit auch zur Gemeinde. Im Alten- und Pflegeheim Löbnitz, in welchem pflegedürftige Gemeindemitglieder betreut wurden, fanden einmal im Monat Gottesdienste statt. Zur Adventszeit brachten die Sänger der Kirchengemeinde den Heimbewohnern Weihnachtslieder zu Gehör.

Schlechte sanitäre Anlagen, zu wenig Nebenräume für die Unterrichte und der zuletzt schlechte bauliche Zustand des Kirchengebäudes verdeutlichten immer mehr, dass ein Neubau notwendig sei. Außerdem wuchs die Gemeinde ständig an, so dass die vorhandenen Plätze nicht mehr ausreichten.

ein Teil des Chores gestaltet am 17.12.1994 ein Adventsingen im Pflegeheim Löbnitz ein Teil des Chores gestaltet am 17.12.1994 ein Adventsingen im Pflegeheim Löbnitz

Gemeinde heute

Baugrundstück der Gärtnerei Becher welches am 1.4.1994 gekauft wurde Baugrundstück der Gärtnerei Becher welches am 1.4.1994 gekauft wurde

So kaufte die Kirchenleitung in der Securiusstraße ein Grundstück, wo am 14. November 1996 der Grundstein für ein neues Kirchengebäude gelegt wurde. Am 14. Januar 1997 war Richtfest und am 25. Mai 1997 konnte Bezirksapostel Nehrkorn die neue Kirche einweihen. In diesem Gebäude war auch Platz für die Gemeinden Badrina und Glesien, welche in die Gemeinde Delitzsch eingegliedert wurden und sie fortan bereicherten.

Mit einem Festgottesdienst, einem Tag der offenen Tür und einem Konzert im Saal des Bahnwerkes Delitzsch wurde im Juni 2001 das 100-jährige Bestehen der Gemeinde gefeiert. In den Folgejahren feierte man 10-jähriges und 20-jähriges Jubiläum der Kirchweihe.

Konzert zum 20. Jubiläum der Kirchweihe Konzert zum 20. Jubiläum der Kirchweihe
Hörgeschädigten Gottesdienst Hörgeschädigten Gottesdienst

Zu 3 bis 4 Gottesdiensten im Jahr begrüßt die Gemeinde Delitzsch die hörgeschädigten Geschwister aus dem Umkreis Halle/Leipzig.

Innerhalb der Stadt Delitzsch pflegt die Gemeinde gute Kontakte zu den anderen christlichen Kirchen.

Heute zählen rund 210 Mitglieder zur Gemeinde Delitzsch, die von 1 Evangelisten, 3 Priestern und 4 Diakonen betreut werden. Es finden neben den Gottesdiensten auch Sonntagsschule, Jugendstunden, Seniorenstunden, Chorproben und Zusammenkünfte der Amtsbrüder statt.

Teilnahme am Ökumenischen Kreuzweg Teilnahme am Ökumenischen Kreuzweg

Gemeindevorsteher

1901 – 1914 Priester Friedrich Stiegler
1914 – 1921 Priester Adolf Mertens
1921 – 1927 Bezirksältester Friedrich Weber
1927 – 1948 Priester Friedrich Roth
1948 – 1966 Hirte Paul Zahn
1966 – 1971 Bezirksevangelist Hans-Wolfgang Wiedemann
1971 – 1988 Evangelist Kurt Rüger
1988 – 2014 Hirte Klaus Neumann
seit 2014 Evangelist Stefan Weißhaupt